Eine Forschungskooperation zwischen dem Labor Dr. Gernot Walder/Infektiologie.tirol und der Uni Graz versucht einen Blick in die Zukunft.

Wie schnell neue Mutationen des Coronavirus die Welt auf den Kopf stellen können haben wir in den letzten Monaten mehrfach gesehen – und auch wenn nach Abklingen des Omicron-Peaks weitgehend Normalität eintreten dürfte ist nicht anzunehmen, dass das die letzte Variante des Coronavirus war. Aber wie können neue Varianten aussehen? Ein Forscherteam der infektiologie.tirol aus Außervillgraten hat dazu in Kooperation mit der Universität Graz den Erreger über längere Zeit in Zellkulturen vermehr und die dabei auftretenden genetischen Veränderungen untersucht. .So kann man erkennen, welche Regionen des Virusgenoms besonders mutationsanfällig sind und welche Änderungen bestand haben. Das erlaubt Vorhersagen, wie erfolgreiche Varianten aussehen können. „Natürlich kann man die Ergebnisse der Zellkulturstudien nicht 1:1 auf das Verhalten in der Natur umlegen, aber man kann sich auf diese diagnostisch vorbereiten und untersuchen, inwieweit sie in der Lage sind, eine vorbestehende Immunität in der Bevölkerung zu unterlaufen“ erklärt Dr. Gernot Walder. Die Ergebnisse einer ersten Studie wurden jetzt im Fachmagazin Virologica Sinica publiziert.

Im Rahmen des von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG finanzierten Projekts analysiert die Forschungsgruppe Veränderungen am Virus in größerem Maßstab. „Mit mehr Einblick in das Erbgut könnte es uns gelingen, weitere Mutationen vorherzusagen“, hofft Sissy Sonnleitner von infektiologie.tirol. Mit diesem Wissen könnte man Impfstoffe und Medikamente auf zu erwartende Varianten maßschneidern, aber auch Nachweismethoden vorausblickend anpassen.

Publikation
Sissy Sonnleitner, Stefanie Sonnleitner, Eva Hinterbichler, Hannah Halbfurter, Dominik Kopecky, Stephan Koblmüller, Christian Sturmbauer, Wilfried Posch, Gernot Walder, The mutational dynamics of the SARS-CoV-2 virus in serial passages in vitro, Virologica Sinica, Feb. 2022