Home quarantine in COVID-19: A study on 50 consecutive patients in Austria

A cohort of the first 50 COVID-19 patients in East Tyrol, a region in the southwest of Austria, were monitored in home quarantine. Specific viral ribonucleic acid was detected in throat swabs and stool samples. Analysis indicated a median virus shedding duration of 13 days; however, statistical outliers highlight the importance of consequent testing. This underlines the need of negative throat swabs prior to removing quarantine. We monitored the disease's characteristics via an in-house score called Corona Severity Index, in order to predict an aggravation of the disease. Special attention was paid to early symptoms, such as headache, which appeared to be significantly more common in younger patients (p=0.019). Anosmia and ageusia showed a predominance in female patients (p=0.028). Investigation revealed seven relapses and viral shedding fluctuation in four cases. A follow-up examination shed light on seroconversion which could be observed in 35 of 40 participants. This further clarifies the necessity of establishing discharge standards and follow-up management for COVID-19 patients.

Der Link zum Paper: https://www.rcpjournals.org/content/clinmedicine/21/1/e9

 

Osttiroler Studie weckt Hoffnung: Unser Immunsystem ist stärker als Corona!
Das wissenschaftliche Team des Osttiroler Labors von Dr. Gernot Walder in Außervillgraten war nicht nur von Beginn an führend in der Entwicklung von PCR-Testungen. In Zusammenarbeit mit namhaften Instituten in Wien, Graz, Würzburg und Dubai wurde unter der Leitung von Mag. Sissy Lamprecht eine Studie zum Nachweis und Verbleib von Corona-Antikörpern erstellt und im Preprint veröffentlicht. Der Titel lautet “Maintenance of neutralizing antibodies over five months in convalescent SARS-CoV-2 afflicted patients. Serologic study on the longevity of humoral immunity against SARS-CoV-2.”.

Inhalt der Studie: Die Studie beantwortet zwei Fragen, die sich auch sehr viele Patienten heute stellen:
1. War ich mit SARS-CoV-2 (Corona) infiziert?
2. Bin ich gegen SARS-CoV-2 (Corona) immun?

Antwort auf diese Fragen gibt der Neutralisationstest. Bei diesem Verfahren wird das Serum des Patienten in unterschiedlichen Verdünnungsstufen mit lebendem Virus in Kontakt gebracht (inkubiert). Antikörper, die im Serum enthalten sind, könne sich dabei an der Oberfläche des Virus anlagern und ggf. jene Strukturen blockieren, die das Virus zum Eindringen in eine Zelle oder zur Vermehrung benötigt. In einem zweiten Schritt wird das Virus in einer Zellkultur angezüchtet. Gelingt die Anzucht, verfügt die Person nicht über ausreichend schützende Antikörper. Vermehrt sich das Virus nicht, ist die Person geschützt. Dieses Testverfahren wurde ab April 2020 in Außervillgraten entwickelt. Es ist aufwendiger als ein normaler Antikörpertest und nimmt mehr Zeit in Anspruch, liefert aber als einziges eine verlässliche und wissenschaftlich abgesicherte Aussage zur Immunität.

Entwicklung des Testverfahrens: Für die Entwicklung dieses Neutralisationstests sind ein zur Virusanzucht geeignetes Hochsicherheitslabors der Stufe 3, gut geschultes Fachpersonal, Erfahrung und eine gewisse Hartnäckigkeit und Zielstrebigkeit notwendig. Die Forschungsgruppe unter der Leitung von Mag. Sissy T. Lamprecht hat dies in den letzten Monaten unter Beweis gestellt: Bereits im April wurden die ersten Virusstämme isoliert und geeignete Kandidaten für einen Neutralisationstest identifiziert. Durch Untersuchungen an Freiwilligen, die die Erkrankung in der ersten Welle durchgemacht hatten sowie die Untersuchung von Seren, die vor Beginn derPandemie gewonnen wurden, konnten Cut-off-Werte und Dauer der Immunität bestimmt werden. Dazu waren regelmäßige Nachuntersuchungen über viele Monate notwendig. In einem zweiten Schritt wurde das Testverfahren standardisiert und automatisiert, um den erforderlichen Probendurchsatz reproduzierbar und mit guter Qualität zu gewährleisten.

Das Testverfahren steht bereits seit Herbst Patienten und Ärzten zur Verfügung. Bei dieser Gelegenheit möchten sich die Autoren auch bei den Studienteilnehmer für die Bereitschaft und die konsequente Mitarbeit bedanken, sowie bei der Österreichischen Forschungsföderungsgesellschaft für die finanzielle Unterstützung zu diesem Projekt

Fazit: Für die überwiegende Mehrheit der Patienten gilt: Mit einer durchgemachten Infektion ist man immun und zumindest für 6-12 Monate vor weiteren Infektionen geschützt – vermutlich sogar deutlich länger, aber die Zeit seit März 2020 ist noch zu kurz, um die gesamte Dauer der Immunität abzuschätzen. Aus fachärztlicher Sicht ist zu erwarten, dass Personen mit neutralisierender Immunität zumindest derzeit nicht von einer Impfung profitieren – genau kann man das aber erst nach Anlaufen der Impfung untersuchen. Mit bisher sechs wissenschaftlichen Arbeiten, die teilweise bereits publiziert sind oder sich in Begutachtung befinden, hat das Villgrater Labor nicht nur international aufgezeigt sondern auch seine wissenschaftliche Wettbewerbs- und Kooperationsfähigkeit unter Beweis gestellt. Die Coronadiagnostik in Osttirol bleibt also am Puls der Zeit.

Der Link zur Studie:
Maintenance of neutralizing SARS-CoV-2 antibodies over five months in convalescent SARS-CoV-2 afflicted patients
 

Laufende Projekte

Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG unterstützt das Labor Dr. Gernot Walder in Kooperation mit der Universität Graz in folgendem Projekt:
 
Serielle Passagen, Genomanalysen und Aufbau eines Plaque-Reduktionsneutralisationstests nach Isolation von SARS-CoV-2 aus Patientenmaterial in Osttirol
Laufzeit: Seit Mai 2020 für 12 Monate
 
Sonnleitner (Lamprecht) ST1, Dorighi J1, Jansen B1, Gietl S1, Schönegger C1, Koblmüller S2, Sturmbauer C2, Walder G1.
1 Dr. Gernot Walder GmbH, Medizinisches Labor, Abteilung für Virologie, 9931 Außervillgraten 30, Austria. sissy.lamprecht@infektiologie.tirol
2 Department of Zoology, Karl-Franzens-University Graz, Universitätsplatz 2, 8010 Graz, Austria.
 
Ziel der Studie ist der Aufbau eines Plaque-Reduktionsneutralisationstests (PRNT), der in der Diagnostik den Goldstandard zur Ermittlung neutralisierender Antikörper im Serum darstellt. Die dazu erforderlichen Isolate von SARS-CoV-2 werden nach den Vorschriften des Biosafety Level-3 aus ausgewählten RT-PCR- positiven Rachen- oder Stuhlproben auf Zellkulturen inokuliert. Isolate der Passage 0 werden auf zwei unterschiedlichen Zell-Linien inokuliert und serielle Passagen mehrerer Wildvirus-Linien vorgenommen. Eine potentielle Entstehung von Quasispezies in vitro wird durch Sequenzieren hochvariabler Regionen (N, ORF8) und punktuellem Whole Genome Sequencing bei Passage 1, 5 und 10 dokumentiert und die mögliche Bedeutung der Mutationen im Vergleich zum Wildtyp untersucht.
Definierte Positivseren werden im Zuge der medizinischen Versorgung der lokalen Bevölkerung erhalten und mittels in house – Immunfluoreszenztest (IFT) auf Vorhandensein und Titerhöhe von IgG – Antikörpern untersucht. Im IFT positive Seren werden im Plaque-Reduktionsneutralisationstest (PRNT) auf deren Neutralisationsfähigkeit getestet. Weiters soll eine Untersuchung der Neutralisationsfähigkeit der anti-SARS-CoV-2-Antikörper gegen weitere Vertreter der Beta- bzw. Alpha Coronaviridae erfolgen (E229 und OC43). Die Ermittlung des Cut-off-Titers durch definiert negative Seren, Markierung der Zellen mit konjugierten Markern und das Auslesen am Mikrotiter-Leser soll es ermöglichen, den PRNT in der Mikrotiterplatte zum routinediagnostischen Tool mit hoher Durchsatzrate umzuwandeln, immer unter Berücksichtigung der Notwendigkeit der Sicherheitsvorschriften des BSL-3 Bereiches.

Folgende Fragen sollen im Zuge dieser Studie geklärt werden: Wie groß ist die Evolutionsrate von SARS-CoV-2 in Kultur? Gibt es genomische Anpassungen durch Serielles Passagieren? Gibt es Hinweise darauf, dass sich die genomischen Anpassungen auf unterschiedlichen Zell-Linien unterscheiden? Werden bei allen COVID-19 Patienten neutralisierende Antikörper entwickelt oder muss eine gewisse Schwere der Erkrankung erfolgt sein? Hierfür wurde ein Severity Index entwickelt. Gibt es Kreuzreaktivität zwischen IgG Antikörpern von COVID-19 Patienten gegen andere Vertreter der Beta - oder Alpha -Coronaviridae? Wie lange bleiben die neutralisierenden Antikörper im Patienten aufrecht? Schützt eine vorangegangene Infektion mit einem nonSARS-CoV-2 Corona-Virus vor einem schweren Krankheitsverlauf oder wird er dadurch sogar geschürt? Wirkt eventuelle Kreuzreaktivität möglicherweise als Enhancer für Infektionen (= antibody-dependent enhancement)?

 

Publikationen Peer Review




 


 


 


 


 


 



 

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